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Do, 23.12.2021

Sprung­brett Pfle­ge“ – aus Mali in die deut­sche Altenpflege

Nicht jeder Mensch hat das Pri­vi­leg, in Sicher­heit zu leben. Vie­le wagen des­halb den Auf­bruch und flie­hen in ein frem­des Land. Dort erwar­ten sie vie­le wei­te­re Hür­den, wie die Miss­ver­ständ­nis­se und Vor­ur­tei­le in der Gesellschaft.

Idris Mas­woud ist im Jahr 2016 aus Mali nach Deutsch­land geflüch­tet. Er kommt aus einem klei­nen Dorf, ohne Elek­tri­zi­tät. Sein Vater ist gestor­ben, sei­ne älte­re Schwes­ter ver­schol­len, sein Bru­der zurück in Mali geblie­ben. Zu sei­ner Mut­ter, wel­che nach letz­ten Erkennt­nis­sen in Spa­ni­en lebt, besteht kein Kontakt.

Idris beschreibt die Flucht als anstren­gend, unge­wiss und geplagt vol­ler Ängs­te. Über Alge­ri­en, Ita­li­en und der Schweiz ist er nach wei­te­ren Sta­tio­nen in Karls­ru­he, Stutt­gart, Essen, Neuss und Köln im Jahr 2018 in Stein­furt ange­kom­men. Hier hat er nach der Flucht Ruhe gefun­den, er fühlt sich wohl und in Sicherheit.

Um Geflüch­te­ten wie Idris Mas­woud eine beruf­li­che Per­spek­ti­ve zu bie­ten, wur­den gemein­sam mit dem Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst Stein­furt Prak­ti­ka ver­mit­telt. Bei Mobi­lé fing alles mit einer Hos­pi­ta­ti­on in der Tages­pfle­ge­ein­rich­tung an. Es folg­ten wei­te­re prak­ti­sche Erfah­run­gen in der Alten­pfle­ge in der Senio­ren­re­si­denz Aa-Blick des DRK in Stein­furt. Anschlie­ßend begann Idris eine ein­jäh­ri­ge Alten­pfle­ge­hel­fer­aus­bil­dung an der Aka­de­mie für Pfle­ge und Gesund­heit in Müns­ter, er absol­vier­te die­se mit Erfolg. Seit­dem arbei­tet Idris fest im ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst des Ver­eins Mobi­lé, berufs­be­glei­tend bil­det er sich im Bereich der Behand­lungs­pfle­ge wei­ter. Mitt­ler­wei­le hat er ein gutes Sprach­ni­veau erreicht und kann sich in Schrift und Wort gut ausdrücken.

Idris hat gute Chan­cen in der Altenpflege 

Beru­fe in der Pfle­ge sind zukunfts­träch­tig und Fach­kräf­te­man­gel gehört zur Nor­ma­li­tät in der Bran­che. Daher ste­hen sei­ne Chan­cen gut, in der Pfle­ge dau­er­haft Fuß zu fas­sen. Idris arbei­tet ger­ne mit Men­schen, die von Mobi­lé ver­sorg­ten Per­so­nen mögen ihn sehr, erwähnt Anke Bres­ler, Mit­glied der Geschäfts­füh­rung bei Mobi­lé. Idris strahlt dabei über das gan­ze Gesicht. Die von Mobi­lé ver­sorg­ten Per­so­nen sind Senior*innen, die der 25-Jäh­ri­ge im ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst des Ver­eins Mobi­lé betreut und pflegt.Idris hat nur weni­ge Wün­sche. Er wünscht sich, dass die Men­schen sich nicht mehr auf­grund des Glau­bens strei­ten – „der Mensch ist wich­tig, nicht die Reli­gi­on“, sagt er. Fer­ner wünscht er sich eine eige­ne, klei­ne und ruhi­ge Woh­nung in Stein­furt – zur­zeit wohnt er in einer von der Stadt Stein­furt zuge­wie­se­nen Unter­kunft in pro­ble­ma­ti­schem Umfeld. Er möch­te sich ein selbst­be­stimm­tes Leben auf­bau­en. Wer eine freie Woh­nung zu ver­mie­ten hat, kann sich ger­ne bei Mobi­lé e.V. melden.